Tschernobyl – vor 26 Jahren
Die Katastrophe in den Medien
Zahl der Opfer in Europa ungeklärt
Presseberichte der ersten 5 Tage. Die ersten Nachrichten kamen 3 Tage nach der Katastrophe.
Deutsche Politiker haben sofort ausgeschlossen, dass eine Gefahr in Deutschland bestünde und dass in Deutschland auch kein solches Ereignis stattfinden kann. Deutschland habe die sichersten Kernkraftwerke der Welt….
(hier der Bundesinnenminister Dr. jur. Zimmermann, CSU, zuvor NSDAP, dessen Ministerium auch die Fälschung des Gorleben-Gutachtens mit veranlasst hat)
Im Folgenden zunächst Auszüge der Wikipedia, dann Daten aus einer Studie der Ärzte-Organisation IPPNW.
Auszüge der Wikipedia
Gesundheitliche Folgen
Laut WHO und IAEA (2006) starben knapp 50 Menschen an der Strahlenkrankheit. In den drei am stärksten betroffenen Ländern sei aufgrund der erhöhten Strahlenexposition mit etwa 9000 zusätzlichen tödlichen Krebs- und Leukämieerkrankungen zu rechnen.[21] Für Gesamteuropa schätzte Elisabeth Cardis 2006 ab, dass bis 2065 mit etwa 16.000 Schildrüsenkrebserkrankungen und 25.000 sonstigen zusätzlichen Krebserkrankungen zu rechnen ist.[22]
Die am besten dokumentierten Gesundheitsfolge war ein signifikanter Anstieg der Schilddrüsenkrebserkrankungen nach dem Unfall um etwa 1800. Laut UNSCEAR ist dies der größte Anstieg von Erkrankungen an einer einzelnen Krebsart, der durch ein einzelnes Ereignis ausgelöst wurde. Die zweite umfassend untersuchte Erkrankung ist Leukämie, insbesondere unter Kindern und Aufräumarbeitern. Manche Studien fanden eine erhöhte Rate, andere nicht. Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass es noch zu früh sei, definitive Schlussfolgerungen zur Zahl der Leukämiefälle zu ziehen.[23]
Bezüglich der Zahl der Todesfälle gab es eine bis heute andauernde erbitterte Debatte. Dies ist zum Teil auf die methodologischen Schwierigkeiten zurückzuführen, niedrige Strahlendosen mit statistischen Gesundheitseffekten in Verbindung zu bringen. Zudem wird der unfallbedingte Anstieg der Krebsfälle von einer viel größeren Zahl von Krebsfällen überlagert, die auch ohne den Unfall aufgetreten wären. Nicht zuletzt spielen politische Motivationen bei diesen Schätzungen eine Rolle.[23] In Publikationen von atomenergiekritischen Verbänden und Umweltorganisationen finden sich hundertfach höhere Zahlen von Erkrankungen und Todesfällen[24]
Angesichts der anhaltenden Kontroverse riefen IAEA und andere internationale Organisationen das Tschernobyl-Forum zusammen, um einen autoritativen Konsens zu formulieren. Im September 2005 kam das Forum zu dem Schluss, dass die Gesamtzahl der auf den Unfall zurückzuführenden Todesopfer bei etwa 4000 liege. Die Rezeption dieses Reports war jedoch keineswegs einheitlich zustimmend. Das Hauptproblem war, dass sich der Bericht auf die am schwersten betroffenen Gebiete Weißrusslands, der Ukraine und Russlands beschränkte und damit die größere Gesamtbevölkerung dieser sowie weiterer Länder ignorierte.[23]
Neben Krebs sind wohl die sozialen und psychologischen Traumata die größten Probleme für die Bevölkerung in den Gebieten um Tschernobyl.[23] Einige Wissenschaftler halten diese psychologischen Folgen für das größte Gesundheitsproblem infolge des Unfalls.
Studie der Ärzte gegen den Atomkrieg
In einer aktualisierten Studie aus dem Jahre 2011 nennen die Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) folgende Opferzahlen:
- Über 600 Millionen Menschen sind in Europa gesundheitlich betroffen.
- Von den etwa 830.000 Liquidatoren sind über 112.000 bereits gestorben, etwa 90 Prozent erkrankten aufgrund der Strahlung.
- Die meisten gesundheitlichen Folgen eines radioaktiven Unfalls treten erst nach vielen Jahren, oftmals sogar auch erst in den nächsten Generationen auf.
- Je niedriger die Strahlung war, der das Opfer ausgesetzt wurde, desto länger ist die Latenzperiode bis zum sichtbaren Auftreten der Krankheit.
- Forscher gehen davon aus, dass durch Tschernobyl in ganz Europa knapp 240.000 zusätzliche Krebsfälle bis 2056 auftreten werden.
- Die Nicht-Krebserkrankungen stellen eine noch größere Gefährdung dar, z.B. Genschäden.
- Die Zahl der Totgeburten und Fehlbildungen stieg nach Tschernobyl deutlich an. Forscher weisen nach, dass nach 1986 in Europa rund 800.000 Kinder weniger geboren wurden, als eigentlich zu erwarten gewesen wären.
- In Westeuropa, so schätzt die atomunkritische Internationale Atomenergieorganisation IAEO, habe es aufgrund von Tschernobyl 100.000 bis 200.000 Abtreibungen gegeben.
- Die Studie belegt eine um 15,8 Prozent erhöhte Säuglingssterblichkeit in Skandinavien.
- In Deutschland stieg die Zahl der Trisomie 21-Fälle signifikant an.
- In Süddeutschland häufte sich ein bei Kindern sehr seltener Tumor, das Neuroblastom.
- Untersuchungen stellen einen Zusammenhang zwischen Tschernobyl und einer starken Zunahme von Diabetes Typ I bei Kindern und Jugendlichen her.
- Das Tschernobylministerium der Ukraine publizierte, dass 1996 nur noch 18 Prozent der evakuierten Bevölkerung gesund war.
- Von den Kindern, die nicht selbst vom Tschernobyl-Fallout betroffen waren, deren Eltern aber erhöhter Radioaktivität ausgesetzt wurden, sank in der Ukraine der Anteil der Gesunden von 81 Prozent im Jahr 1987 auf 30 Prozent im Jahr 1996.
Links
- IPPNW – Ärzte gegen den Atomkrieg
Dossier zu Tschernobyl und die gesundheitlichen Folgen - Phänomen der “verlorenen Mädchen”
Seit Beginn der Castor-Transporte werden in der Region auffällig weniger Mädchen geboren.
Dieses Phänomen betrifft auch Kernkraftwerke und andere Nuklearanlagen, wie z.B. die Schachtanlage Asse II
Nuklearanlagen scheinen ungeborenes Leben zu töten oder zu verunmöglichen, bevorzugt Mädchen. - Wie entsteht Krebs durch Strahlung?
Ab welcher Dosis bekomme ich Krebs? - FreitagsFilm: Tschernobyl forever
- FreitagsFilm: Die Geschichte von Tschernobyl
- FreitagsFilm: Der Millionensarg
- Tschernobyl: Braucht man den Sarkophag II ?
- 25 Jahre Tschernobyl – Deutschlandweit Großproteste
- FreitagsFilm: Bilder aus der Todeszone – Nach dem SuperGAU in Biblis
- Wie sicher sind neue Reaktortypen?
Beispiel AP1000 - Weitere Artikel zum AP1000
Kommentare
Schreibe einen Kommentar




