Zeitliche Entwicklung des Netto-Stromexport (echtzeit)
[Update: Leider haben wir seit Mitte Dezember Probleme, die Daten zu aktualisieren. Wir arbeiten daran.]
Die Grafik zeigt den Export und Import von Strom von und nach Deutschland.
Ganz klar ist zu erkennen, dass die Kraftwerksbetreiber im Juni 2012, nach dem sicheren Aus für die vom Moratorium betroffenen Kernkraftwerke, Reserven mobilisiert haben, um weiterhin Strom zu exportieren. Ab diesem Zeitpunkt normalisierte sich der deutsche Strom-Import-Export ungefähr auf dem Niveau der Vorjahre. Unterm Strich bleibt Deutschland Netto-Exportland für Strom.
Interessant ist ebenfalls, dass die Exportdaten für März bis Juni 2012 nahezu deckungsgleich mit dem Exportdaten des März bis Juni 2011 sind, und das ohne Kernkraft-Katastrophen. Tatsächlich zeigen alle Jahre diese Charakteristik, in manchen Jahren nur etwas verschoben. Siehe dazu auch den Beitrag “Wie funktioniert der Strommarkt?” und “Entwicklung des Strompreises: Neue Kernkraftwerke unwirtschaftlich“
Diese laufend aktualisierte Grafik zeigt den zeitlichen Verlauf des Netto-Stromexports in Gigawatt-Tagen pro Tag (bzw. in der kumulativen Ansicht in GW-Tagen). Ein Wert von +2 bedeutet beispielsweise, dass an einem Tag insgesamt eine Strommenge exportiert wurde, die einer kontinuierlichen Leistung von 2000 MW entspricht. (Das ist etwa die Leistung von 1,5 Kernkraftwerken.) Negative Werte stehen für Importe in entsprechender Höhe. Unter “Quelle” können verschiedene Datenquellen angewählt und verglichen werden.
Erläuterungen der einzelnen Datenquellen:
physical flow:
Diese Daten sind aus den einzelnen Leistungsmessungen an den Übergabepunkten zwischen den verschiedenen Netzbetreibern berechnet und werden stundengenau und ungefähr einen Tag zeitverzögert auf entsoe.net veröffentlicht. Nachdem sich die Daten auf die Regelzonengrenzen beziehen, die nicht überall mit den Landesgrenzen zusammenfallen, wird für obige Grafik eine Korrektur für den Beitrag Luxemburgs angebracht: Aus den entsoe.eu-Daten sind die in der Vergangenheit aufgetretenen monatliche Exporte nach Luxemburg bekannt, diese werden interpoliert und tageweise abgezogen. Monate, für die noch keine entsoe.eu-Daten vorliegen, werden durch den Mittelwert über die vier vorangegangenen Jahre desselben Monats abgeschätzt. Die Größenordnung der Korrektur liegt in etwa bei 500 MW, also etwa 12 GWh pro Tag bzw. etwa 4500 GWh pro Jahr.
final schedules:
Dieser Datensatz beinhaltet die Fahrpläne für länderübergreifende Stromtransfers, so wie sie im Voraus (teilweise auch noch intra-day) zwischen den Marktteilnehmern ausgehandelt wurden. Die Veröffentlichungsmodalitäten entsprechen denen der physical flow Daten, die Korrektur für den Beitrag Luxemburgs erfolgt in gleicher Weise. Leider fehlen seit 22. Dezember 2011 die Werte für den Transfer zwischen Deutschland und Österreich, so dass die Daten ab diesem Zeitpunkt nur mit äußerster Vorsicht zu interpretieren sind. (Tendenziell führt die Nicht-Berücksichtigung Österreichs zu einer Unterschätzung der deutschen Exporte.)
entsoe.eu:
Diese Datenreihe wird auf entsoe.eu veröffentlicht. Zeitweise kann es sein, dass diese Daten nicht aktuell sind.
Hinweis
Die den Auswertungen zugrunde liegenden Daten wurden vom Verband der Europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E auf den Websites entsoe.net und entsoe.eu veröffentlicht. Als Beginn des Auswertungszeitraum wurde das Jahr 2009 gewählt, da für die Rechnungen stundengenaue Daten verwendet werden, die in früheren Jahren nicht in ausreichender Korrektheit erhoben worden sind. Die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten (sowie deren zukünftige Verfügbarkeit) möchte ENTSO-E leider nicht garantieren.

This work by Thiemo Nagel is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial 3.0 Unported
Kommentare
Schreibe einen Kommentar




